Mama
ich bin so glücklich, mir geht es so gut. Ich habe Euch und Tobias, in Mannheim
habe ich so viele gute Freunde gefunden. Mein Studium läuft super, was ich nach
dem Studium mache weiss ich auch schon genau. Ich weiß jetzt was ich will, ich
habe meinen Weg gefunden. Mama, um dein Mädele brauchst dir keine Sorgen mehr
zu machen."
Kati strahlte mich an und war mit sich und allem total zufrieden.
Mit diesen Worten verabschiedete sich Katrin am 2.9.2001
Katrin studierte in Mannheim BWL und hatte dort mit ihrer Kindergartenfreundin
eine kleine Wohnung.
Montag,
Dienstag, Mittwoch hat sie noch jeden Tag 3x angerufen.
Am Mittwoch hatte sie noch angerufen: "Mama, Mama ich habe mein Vordiplom
bestanden.
Wir waren um diese Zeit noch eine glückliche und zufriedene Familie. Von unserem Umfeld wurden wir als Bilderbuchfamilie beschrieben.
Hätte man uns gesagt, dass sich das schlagartig ändern würde, ich hätte es
nie geglaubt.
Katrin war nicht krank, Katrin hatte keinen
Unfall. Unserem Wirbelwind, unserer über alles geliebten Katrin wurde im Alter
von 22 Jahren -das Recht auf Leben- genommen.
Da Katrin sich donnerstags 6.9.01 nicht gemeldet hatte und auch telefonisch
nicht erreichbar war, (das hatte es seit Katrin nicht mehr zu Hause wohnte noch
nie gegeben-. Selbst als sie in den Semesterferien 2000 in Korea bei der Fa.
Siemens ein Praktikum machte, hatten wir jeden Tag miteinander telefoniert) als
wir sie freitagsfrüh auch nicht erreichen konnten machten wir uns große
Sorgen.
Mein Mann war bis 1.8.2001 Leiter der Kriminalpolizei in Mannheim. Wir wohnen in
Karlsruhe ungefähr 70 km weg.
Freitags so gegen 9.30 Uhr schickte mein Mann 2 seiner früheren Kollegen in
Katrins Wohnung.
So gegen 10.30 Uhr kam der Anruf - Katrin ist tot -. Ich schrie nur - das gibt
es doch nur in der Bildzeitung und doch nicht in unserer heilen Welt.
Mein Mann in diesem Beruf und sein Wirbelwind wurde ermordet. Und er konnte ihr
nicht helfen. Kati war so stolz auf ihren Papa.
Am 6.9.2001 wurde zwischen 15.10Uhr und 16.30Uhr das Leben unsererKatrin durch
ihren Exfreund gewaltsam beendet. Um 15.05 Uhr hatte sie noch mit einer Freundin
telefoniert. Um 16.30 Uhr wollten sie Freunde abholen.
Sie machte die Tür nicht auf ???????
Katrin fehlt uns so sehr. Ihre sprudelnde Lebensfreude gab uns allen Kraft.
Zu unserer Trauer um ihren Tod kommt noch die Gewalt- mit der wir überhaupt
nicht fertig werden
.-Warum unsere Katrin ?
Warum
hat ein bis dahin unauffälliger Mensch so etwas gemacht.
Katrin ist ihrem Helfersyndrom zum Opfer gefallen.
6 Wochen vor ihrem Tod hatte ich mit Kati eine längere Diskussion. Ich erklärte ihr, Katrin du kannst nicht allen und jedem helfen. Als Antwort strahlte sie mich an und sagte:“ Mama dann hättest du mir nicht so viele Werte vermittlen sollen, aber dann wäre ich auch nicht deine Kati.
Katrin hatte noch so viele Pläne und Ideen und soviel Lebensfreude.
Für uns ist nichts mehr, wie es einmal war.
Für uns hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Unser Leben vor Katis Tod und unser Leben nach Katis Tod.